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Wolfgang Mitterer wurde 1958 geboren. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien studierte er Orgel und Komposition, Studien am Stockholmer Studio für elektronische Musik folgten. Der Spezialist für Orgel und Live-Elektronik initiierte kollektive Ensembles wie Pat Brothers oder Call Bys Inc. Er konzertierte als Organist, komponierte für verschiedene Festivals für Neue Musik (Steirischer Herbst Graz, Wien Modern u.a.) und trat mit freien Improvisationsprojekten bei internationalen Jazzfestivals auf. Mitterer, der an der Universität für Musik in Wien lehrt, erhielt zahlreiche Förderungen und Preise, darunter das österreichische Staatsstipendium und Stipendien des DAAD Berlin, Preise der deutschen Schallplattenkritik und den Prix Ars Electronica Linz.

 

Man kann sich auf eine orgel legen, eine geige zertrümmern... es klingt trotzdem immer wie orgel, wie geige.

Daher führen mich nicht mehr die instrumentalklänge, das material und die kompositorische ausführung zu neuartigen ergebnissen, sondern eher der grad der anteilnahme der beteiligten musiker und die mischklänge aus elektronik und traditionellem instrumentarium entlang der schnittlinie des "nicht mehr genau unterscheidbaren".

Basis meines kompositorischen schaffens sind die häufige zusammenarbeit mit improvisationskünstlern und dabei entwickelte, nicht genau notierbare Spielweisen. es ist der reiz des nicht bis ins letzte detail kontrollierbaren, die öffnung des "werkes" zugunsten eines gegenseitigen kümmerns und die steigerung der musikalischen energie durch improvisation.
Komponieren heißt für mich ein feld bereiten, ein spielfeld für alle mitwirkenden: bei diesem konzert für klavier, orchester und elektronik gibt es eine spielpartitur für alle mitwirkenden: den dirigenten, den solisten und das orchester, die gesamtkonstruktion des stückes ist somit für jeden einzelnen deutlich zu überblicken und er kann seine aktionen präzise in den kontext einfließen lassen.

Der instrumentalklang des klaviers ist live-elektronisch verfremdet und verschmilzt mit vorproduzierten tonbandzuspielungen. diese acht-kanal-zuspielungen werden vom computer gesteuert und bilden eine art hallraum, eine art verdopplung der glockenartigen klänge aus dem orchester... ganz so, als ginge der glockenartige klang des klaviers auf das orchester über und verhalle in dem durch den einsatz der live-elektronik geschaffenen elektroakustischen raum.

der dirigent vermittelt die aktionen des orchesters entlang der durch die bandzuspielung vorgegebenen zeitlinie. im zentrum des geschehens entfaltet der solist ein nicht vorhersehbares spiel mit dem klavier.

wolfgang mitterer


Landespreis für Wolfgang Mitterer

Große Auszeichnung für den Osttiroler Komponisten und Musiker Wolfgang Mitterer: Er erhielt den Tiroler Landespreis für Kunst 2002. "Seine Aufführungen umfassen zahlreiche Performances als Solist und Auftritte im Kollektiv in Tirol, Wien, Graz und bei internationalen Festivals im Ausland", begründete LR Günter Platter seinen Regierungsantrag.

Eine große Zahl von Tonträgern dokumentiert weiters das beeindruckende Schaffen des im Jahr 1958 in Lienz geborenen Wolfgang Mitterer, der Orgel, Komposition und Elektroakustik in Graz, Wien, Stockholm und Rom studierte und bereits vielfacher nationaler und internationaler Preisträger ist (u. a. Emil-Beerlanda-Preis des Landes Tirol 1995).

"Mitterer vereint in seinen Auftritten und Kompositionen traditionelle Instrumente und elektronische Elemente, wohl gesetzte Ordnung und größtmögliche Freiheit. Er gilt als der wichtigste Vertreter elektronsich-experimenteller Musik in Österreich" meint etwa Dr. Christoph Mader, Vorstand der Landes-Kulturabteilung.

Zahlreiche Aufträge aus Tirol (Kompositionsstipendium des Landes, Klangspuren Schwaz, Festspiele Erl, Forum Alpbach), Wien, Graz, Darmstadt und von verschiedenen Rundfunkanstalten dokumentieren das umfangreiche Schaffen von Wolfgang Mitterer.

(Osttiroler Bote v. 12. 12. 2002)

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