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Der Heilige Korbinian (670 - 724) gilt als der erste Bischof von Freising in Bayern. Er war Missionar und verkündete besonders in den heutigen Gebieten von Frankreich, der Schweiz, in Bayern, im damals bayerischen Norditalien (Südtirol) das Evangelium.

Korbinian wurde zwischen 670 und 680 in Saint Germain de Châtres bei Belun im Bistum Paris als Halbwaise geboren. Auch seine Mutter verlor er früh. Er entschied sich schon in jungen Jahren für ein Leben als Eremit und baute seine Klause neben einer Kapelle unweit des Geburtsorts. Er nahm dort schließlich auch Schüler auf und gründete somit ein Kloster.

Korbinian brach irgendwann zwischen 709 und 716 mit einigen von seinen Schülern nach Rom auf, um dort den Papst zu sehen und ihn zu bitten, ihm einen ruhigen Ort zu gewähren, wo er meditieren und beten könnte. Papst Konstantin I. dagegen weihte ihn zum Missionsbischof und beauftragte ihn damit, die Mission in Gallien zu erneuern. Nach dieser schweren Aufgabe zog er sich nach sieben Jahren wieder ins Kloster zurück, allerdings fand er dort abermals keine Ruhe, weil viele Menschen ihn um Rat und Hilfe baten.

Um 716/723 ging er wieder nach Rom, um den Papst um die Erlaubnis für eine dauerhafte Eremitage zu bitten. Auf dem Weg nach Rom gründete er in Kuens bei Meran ein kleines Kloster.

Bei der Alpenüberquerung überfiel ihn, so wird überliefert, ein Bär und tötete sein Saumpferd, woraufhin dieser Bär von Korbinian gezähmt wurde und sein Gepäck nach Rom tragen musste. Wiederum verlangte der Papst aber, er solle sich der Mission widmen und schickte ihn ins Frankenreich zurück (Süddeutschland lag im Osten des Frankenreiches - heute Bayern).

Auf Wunsch des Herzogs Grimoald von Bayern ließ er sich um das Jahr 720 bei Freising nieder, das durch Korbinians apostolisches Wirken nach seinen Lebzeiten zu einem bedeutenden religiösen Zentrum im deutschen Süden heranreifte (Benediktiner-Abtei Weihenstephan).

Als Bischof achtete er auf Glaube und Sitten. Nach einem Streit mit dem Herzog musste Korbinian dessen Herrschaftsgebiet verlassen. Er hatte dem Herzog die nach damaligem Kirchenrecht verbotene Eheschließung mit Pilitrud (auch Plektrudis), der Frau seines verstorbenen Bruders, vorgeworfen und sich dadurch ihren Hass zugezogen.

Korbinian suchte das Kloster in Kuens auf und wirkte in Südtirol einige Jahre. Nach dem Tode von Grimoald bat ihn dessen Nachfolger, Herzog Hugbert, die unterbrochene Tätigkeit in Freising in allen Ehren fortzusetzen. Um 725 errichtete Korbinian ein Bethaus (Oratorium). In dieser Kapelle wurde des Heiligen Stephan gedacht (heute Weihenstephan). An einem 8. September zwischen 724 und 730 starb der Missionsbischof.

Auf seinen Wunsch wurde er nach Mais bei Meran überführt und dort neben dem Grab des Heiligen Valentin beigesetzt.

Um das Jahr 769 herum wurden die Gebeine auf Druck der Korbinian verehrenden Gläubigen wieder nach Freising zurückgeholt und in die Domkrypta des Freisinger Doms an einem 20. November eingebracht. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ruhen sie im damals neu geschaffenen neoromanischen Korbinianschrein in Freising.

In Thal, Osttirol, wird Patrozinium am Sterbetag, 8. September, bzw. am zweiten September-Sonntag gefeiert; in Bayern am 20. November (Überführung der Gebeine).

Korbinian ist Patron des Erzbistums München und Freising. Sein Konterfei ziert das Wappen des Landkreises Freising, das Abbild seines Bären ziert das Wappen der Stadt Freising und findet sich auch im Wappen von Papst Benedikt XVI. 

 

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Predella (Wunder v.Hl.Korbinian) Foto: Heinrich Stocker

 

Am Korbinianaltar (Friedrich Pacher, 1480) in der Kirche St. Korbinian in Thal/Osttirol sind auf der Predella fünf Szenen aus dem Leben des Heiligen Korbinian abgebildet:

  • Auf der Reise nach Rom zerreißt der Bär das Reittier des Hl. Korbinian. Er beschwört den Bären und gibt seinem Diener Anserich Befehl, dem Bären das Gepäck aufzubinden.
  • Das Wunder von Weihenstephan. Korbinian schlägt Wasser aus dem Felsen.
  • Korbinian erweckt den gehängten Räuber Adalbert zum Leben.
  • Gebet um eine Fastenspeise, ein Adler bringt dem Heiligen einen Fisch.
  • Unter dem Segen des Bischofs bietet sich für seinen Diener ein großer Fisch als Brücke über den Fluss an.

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